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22. Dezember 2007

Feuerwehr findet Säugling in Futtertrog

Wie würden die Behörden reagieren, wenn sich die Weihnachtsgeschichte im Jahr 2007 in München zugetragen hätte? Die Protagonisten der Geschichte hätten sicher alle einen großen Wunsch für 2008 gehabt: Mehr Münchner Freiheit!

Mehrere Personen am Flaucher festgenommen

München - Kurz nach Mitternacht alarmierte eine besorgte Bürgerin aus Harlaching die Branddirektion der Stadt München. Die Anruferin hatte am Himmel über den Isarauen ein undefinierbares Leuchten beobachtet, als dessen Ursache sie einen Brand vermutete. Am Flaucher fand die Feuerwehr einen hell erleuchteten Bretterverschlag vor, in dem sich mehrere Erwachsene, eine weibliche Person, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hatte, und ein Säugling aufhielten: Die minderjährige Maria N. aus Giesing hatte in dem Verschlag offenbar ein Kind geboren, in Lumpen gewickelt und in einen Futtertrog gelegt. Nur mit Hilfe der Polizei gelang es, den Säugling in Obhut zu nehmen und dem Jugendamt zu übergeben. Als der anwesende Schreiner Joseph N., ebenfalls aus Giesing, versuchte, die Polizei gewaltsam an ihrem Einsatz zu hindern, wurde dieser festgenommen. Gegen Joseph N. besteht zudem dringender Tatverdacht, die Minderjährige verführt zu haben. Die Sittenpolizei ermittelt.
Neben Joseph N. wurden auch drei aufällig gekleidete Ausländer, die sich als "Könige" ausgaben, verhaftet. Zwei von ihnen stammen vermutlich aus dem mittleren Osten, der dritte aus Schwarzafrika. Das Amt für Migration und Integration leitete unverzüglich Ermittlungen zur exakten Herkunft der Männer ein. Sogleich schalteten sich das Bayerische Innenministerium und der Bundesnachrichtendienst ein. Die Erstellung eines Bewegungsprofils auf Basis der Mobiltelefone der drei Migranten war rückwirkend nicht möglich, da die Vorratsdatenspeicherung erst seit Inkrafttreten des neuen Telekommunikationsgesetzes verpflichtend ist. Ihre Behauptung, Gott habe sie an den Flaucher geführt, legt den Verdacht des Islamismus nahe. Ein Sprecher der Polizei beruhigte aufgebrachte Sendlinger Bürger, indem er Gerüchte über eine Verbindung zur geplanten Moschee am Gotzinger Platz entschieden dementierte.
Dem Vernehmen nach halten sich die drei Nicht-EU-Bürger jedoch illegal in der Landeshauptstadt auf. Sie konnten sich nicht ausweisen. Mit ihrem Gepäck wurden mehrere Unzen Gold sowie Rauchwaren und Chemikalien sichergestellt.
Die Polizei schließt nicht aus, dass die Ausländer in weiteren Verhören ihre Absicht gestehen werden, die Rauchwaren auch nach dem 1.1.2008 zu konsumieren. Im Zusammenhang mit dem Verdacht des Verstoßes gegen das Nichtraucherschutzgesetz klärt das Kreisverwaltungsreferat noch, ob der Bretterverschlag am Flaucher als öffentliches Gebäude einzustufen ist, wenngleich hierfür weder ein Grundbucheintrag noch eine Baugenehmigung vorliegt. Vor ihrer Abschiebung bleiben die drei Ausländer in jedem Fall in Untersuchungshaft, bis das Drogendezernat analysiert hat, ob es sich bei einigen der mitgeführten Substanzen um Halluzinogene handelt.
Maria N. wurde sogleich bei der AOK im Standardtarif gesetzlich 
krankenversichert, ins Harlachinger Krankenhaus eingeliefert und dort medizinisch und psychiatrisch untersucht. Möglicherweise ist sie nicht schuldfähig. Im psychiatrischen Gutachten heißt es: "Die Mutter behauptet, das Kind stamme von Gott. Zwar hat jeder Bürger das Recht auf freie Religionsausübung. In diesem Fall führte eine religöse Vorstellung jedoch zur Gefährdung eines Kindes. Optimistisch kann prognostiziert werden, dass Maria N. nach mehrjähriger Therapie eine Chance hat, sich in die Gesellschaft zu integrieren und ein normales Leben zu führen. Dazu ist jeglicher Kontakt zu Joseph N. und insbesondere zu den mutmaßlichen Drogenhändlern in ihrem bisherigen Umfeld zu unterbinden."
Am Flaucher registrierte die Polizei auch einige Schafe, die neben dem Bretterverschlag grasten und den Boden verschmutzten. Dieser Verstoß gegen den Grundwasserschutz rief die Untere Naturschutzbehörde auf den Plan. Deren Beamte stellten fest, dass weder Zuchtpapiere noch Impfpässe für die Schafe vorlagen. Gleiches galt für einen Ochsen und einen Esel, welche bereits bei Eintreffen der Feuerwehr panikartig aus dem Bretterverschlag gestürmt waren. Über die Schlachtung der Tiere wurde nicht abschließend entschieden, da der zuständige Veterinärmediziner gerade einen Gammelfleisch-Fund im Münchner Schlachthof-Viertel inspizierte und die verantwortlichen Hirten am Flaucher protestierten. Sie versicherten eidesstattlich, ein fliegender Außerirdischer in einem weißen Kittel habe ihnen befohlen, den Stall  aufzusuchen und das Neugeborene zu dessen Geburtstag anzubeten. Ein  sichtlich überforderter Beamter aus dem Kreisverwaltungsreferat wollte  angesichts dieser Schilderung gerade Kontakt zum Luftfahrt-Bundesamt aufnehmen, als ihn ein Mitarbeiter der Drogenfahndung beschwichtigte und Zweifel an den Aussagen der Hirten geltend machte: "Vermutlich haben diese Herren letzte Nacht zu tief in die Glühwein-Tasse geschaut und die Kontrolle über ihre Schafe verloren. Aber eines muss man ihnen lassen: Die Geschichte vom fliegenden Außerirdischen ist die abgefahrenste Story, die mir jemals eine Person nach einer durchzechten Nacht erzählt hat."


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