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24. Oktober 2011

FDP-Kulturpolitiker: Keine Enteignung bei archäologischen Funden



Die kulturpolitischen Sprecher der FDP-Fraktionen in den Landesparlamenten diskutierten bei ihrer heutigen Konferenz im Bayerischen Landtag kritisch über die verschiedenen Eigentumsregelungen bei archäologischen Funden. Hintergrund ist, dass es in einigen Ländern sogenannte Schatzregal-Regelungen gibt. Das bedeutet, dass der Staat Funde einzieht. „Eine solche Enteignung sowohl der Finder als auch der Eigentümer des Grundes, auf dem der Schatz gefunden wird, lehne ich ab“, erklärte die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, Julika Sandt. „Ich bin froh, dass es in Bayern kein Schatzregal gibt, denn wer Funde meldet, darf nicht bestraft werden. Im Gegenteil: Wir müssen Findern und Eigentümern Anreize setzen, damit sie ihre Meldepflicht erfüllen. Nur so schaffen wir die Voraussetzung, dass unser historisches Erbe umfassend erforscht und dokumentiert werden kann.“

Der Vorsitzende der Konferenz und kulturpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion Reiner Deutschmann ergänzte: „Erfahrungen in Ländern und Staaten mit unterschiedlichen Regelungen belegen eindrucksvoll, dass Schatzregale dazu verleiten, Funde zu verheimlichen.“ In Rheinland-Pfalz waren sechs Jahre nach Einführung des Schatzregals nur noch zwei Prozent aller bekanntgewordenen Funde auf Fundmeldungen zurückzuführen, 98 Prozent hingegen auf Recherchen des Landesdenkmalamtes. Umgekehrt wurde das Schatzregal in Großbritannien 1996 wesentlich gelockert, worauf die Zahl der Fundmeldungen innerhalb von vier Jahren um das Achtfache anstieg. „Worüber wir nachdenken sollten, ist ein Vorkaufsrecht des Staates zu einem angemessenen Preis“, regte Sandt an. Sie begrüßte, dass auch der Bayerische Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch demnächst mit Experten über die Eigentumsregelung bei archäologischen Funden diskutieren wird.
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