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30. September 2012

Tagespraktikum in der Ausnüchterungszelle für jugendliche Komasäufer

Die Rot-Kreuz-Helfer auf der Wiesn haben zur Halbzeit bereits 445 meist junge Menschen unter 30 Jahren bei der Ausnüchterung medizinisch versorgt. Neun waren sogar jünger als 16 Jahre. Die Zahl junger Bierleichen auf der Wiesn ist gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent gestiegen. Daher fordert Julika Sandt, jugendpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, dass jugendliche Komasäufer aufgefordert werden, nach ihrer eigenen Ausnüchterung ein Tagespraktikum in der Ausnüchterungszelle zu absolvieren: „Jugendliche müssen lernen, dass sie für ihr Handeln verantwortlich sind. Erhobene Zeigefinger und Verbote zeigen hier wenig Wirkung. Besonders absurd: das Verkaufsverbot für alle Nichtautofahrer jeglichen Alters und für alle Waren an Tankstellen, das wir Liberalen ablehnen. Stattdessen muss man genau bei denjenigen Jugendlichen ansetzen, die ihren ersten Rausch haben – bei vielen ist das der Wiesnrausch. Echte Einsicht ist der beste Jugendschutz. Und Einsicht entsteht am wirksamsten, wenn den Jugendlichen quasi der Spiegel vorgehalten wird: wenn sie mit eigenen Augen sehen und mit eigener Nase riechen, was es für die Mitmenschen, Rotkreuzpfleger und Helfer bedeutet, Bierleichen bei der Ausnüchterung zur Seite zu stehen und Erbrochenes wegzuwischen. Das stärkt auch den Respekt für die Menschen, die sich für andere einsetzen. Es kann nicht angehen, dass Jugendliche Geld für das Komasaufen haben und die Allgemeinheit dann für die Folgen aufkommen muss. Das Praktikum in der Ausnüchterungszelle wäre eine prima Ergänzung zu erfolgreichen Präventions- und Aufklärungsangeboten wie dem von der Bayerischen Staatsregierung geförderten Projekt HaLT – Hart am Limit“, erklärt Sandt.

HaLT verfolgt zwei Ansätze: Einerseits wird an Schulen und durch Öffentlichkeitsarbeit präventiv über die Folgen des Rauschtrinkens aufgeklärt; andererseits suchen Mitarbeiter der Suchthilfe Betroffene zu Gesprächen auf und beraten auch deren Eltern.
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